Grußworte an PTBS Eisblume

von der Soldatenselbsthilfe gegen Sucht e.V.

Soldatenselbsthilfe gegen Sucht e.V.
Soldatenselbsthilfe gegen Sucht e.V.

Herzlich Glückwunsch zu der sehr gelungenen Homepage der Eisblume!

An alle Leser, Hilfesuchenden und Helfer, die diese Homepage gefunden haben.
Hier sind jede Menge wertvolle Informationen und Hilfsangebote gebündelt
vorhanden.

Als Vorsitzender der Soldatenselbsthilfe gegen Sucht e.V. und als trockener Alkoholiker sehe ich deutliche Parallelen zwischen der Sucht und der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung). Gerade für die Angehörigen ist es oftmals schwer, sich einer solchen scheinbar unfassbaren und nicht greifbaren Krankheit zu stellen.

Die Angehörigen werden leider häufig nicht wahrgenommen, geraten in Vergessenheit oder sie verstecken sich vor der Öffentlichkeit (Eine typische Folgeerscheinung der Krankheit Alkoholsucht ist es, sich eine Schutzmauer gegenüber der sozialen Umwelt aufzubauen). Die Angehörigen sind ja nach der landläufigen Meinung auch gar nicht krank. Doch gerade sie brauchen ebenso dringend Hilfe, genauso wie die PTBS Betroffenen selber.

Daher kann ich die Arbeit der Eisblume nur immer wieder hervorheben und unterstützen. Geben Sie die Informationen bitte auch an andere weiter und arbeiten Sie als Multiplikator im Netzwerk der Sozialen Hilfe mit.

An alle Unterstützer der Eisblume: Vielen Dank für Ihre Arbeit und Ihren persönlichen Einsatz im Ehrenamt.

Mit freundlichem Gruß
Thomas Düsing
Vorsitzender der Soldatenselbsthilfe gegen Sucht e.V.

von Dr. Heike Groos

Dr. Heike Groos
Dr. Heike Groos

Zwei Jahre von fünf, zwischen 2002 und 2007, verbrachte ich im Einsatz für die Bundeswehr in Afghanistan und manchmal während dieser Zeit war es mir vertrauter als Deutschland.

Es war nicht einfach, weder für mich, noch für meine Familie und sie zerbrach darüber. Ich bin Notärztin und obwohl ich vieles weiß und kommen sah, konnte ich es doch nicht verhindern. Der Karriere zu Liebe verzichtete ich bis nach meinem Abschied von der Bundeswehr auf den Gang zum Psychiater.

Als ich es dann tat, verpasste er mir eine Diagnoseziffer. Meine Kinder können sich unter dieser Ziffer nichts vorstellen. Was sie merken ist, dass der Papa nicht mehr da ist, die Mama oft wie abwesend war, müde, unkonzentriert und traurig. Niemand hat ihnen in den Zeiten, als ich es selbst nicht konnte, erklärt, was da mit ihrer Mama geschieht. Es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass ich mich nicht zu schämen brauche, weil ich nichts falsch gemacht habe. Ganz im Gegenteil. Ich trug meine Uniform immer mit Stolz und voller Loyalität. Uniform allein genügt aber nicht. Soldaten brauchen die Unterstützung unserer Gesellschaft und ich finde, es ist eine Schande für unser Land, dass weder Politiker noch die Bundeswehr dafür sorgen.

Ohne meine Kinder und Freunde hätte ich es nicht geschafft, in mein Leben und zu mir zurückzufinden. Obwohl sie alles für mich taten, denke ich, sie fühlten sich oft hilflos und allein gelassen, so wie ich es tat.

Ich begrüße die Eisblume sehr und hoffe und wünsche für alle Soldaten einschließlich mir selbst, dass das Eis taut und Soldaten und ihre Familien wieder sehen und fühlen können, dass Blumen blühen. Denn das tun sie immer, wir sehen sie nur manchmal nicht.

Heike Groos
Autorin des Buches “Ein schöner Tag zum Sterben – Als Bundeswehrärztin in Afghanistan” erschienen im Krügerverlag

von Alexander Sanne

Alexander Sanne
Alexander Sanne

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

liebe Angehörige unserer Soldatinnen und Soldaten,

als ich gebeten wurde ein Grußwort zu entrichten, hatte ich zunächst einige Schwierigkeiten damit, die treffenden Worte zu finden. Was und wozu „Eisblume“ ist, das findet sich bereits hier auf den Seiten und auch meine Beziehung zur „Eisblume“ ist nicht so wichtig, als dass ich die Geschichte hier erzählen müsste.

Ich will Sie daher auch weniger begrüßen, als Ihnen vielmehr meine Hochachtung und meine Dankbarkeit aussprechen.

Hochachtung all denjenigen gegenüber, die sich als Betroffene getraut haben, die ersten Schritte zu gehen und sich selbst bewusst gemacht haben, dass man als Betroffener ohne Scham und ganz selbstverständlich um Hilfe bitten kann und sollte.

Jedem, der eine Verletzung seiner Seele eingesteht, diese nicht versteckt und damit den ersten Schritt zur Heilung macht, gilt mein ganzer Respekt genauso, wie jedem gegenüber, der erkennt, dass auch er selbst direkt oder indirekt betroffen ist und etwas dagegen unternehmen will.

Meine Dankbarkeit gilt all jenen, die – auch ohne direkt betroffen zu sein – sich für die Thematik interessieren und helfen wollen. Das Engagement der freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer kann nicht genug gewürdigt werden, ganz egal wie groß oder klein der einzelne Beitrag im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten erscheinen mag.

Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg und Kraft um gemeinsam die Ziele, die sich „Eisblume“ gesetzt hat, zu verwirklichen.

Mit freundlichen und kameradschaftlichen Grüßen

Alexander Sanne
Hauptmann d.R.

von Dr. Peter Zimmermann

Dr. Peter Zimmermann
Dr. Peter Zimmermann

Sehr geehrte Nutzer dieser Seite,

als langjährig tätiger Psychiater und Psychotherapeut kommt mir in den letzten Jahren immer häufiger die Aufgabe zu, mich mit meinem Team im Bundeswehrkrankenhaus Berlin um Menschen mit schwerwiegenden psychischen Belastungen nach traumatischen Lebensereignissen zu kümmern.

Aus meiner Arbeit ist mir sehr bewusst, wie wichtig ein stützendes soziales Netzwerk für Heilungsprozesse nach Traumatisierungen ist. In diesen Netzwerken spielen neben der Familie und den Kameraden auch niedrigschwellige Informations- und Beratungsangebote eine besondere Rolle, zu denen "Eisblume" gehört.

Ich freue mich daher sehr über die Arbeit engagierter Menschen, die derartige Angebote möglich machen und damit dazu beitragen, das Netzwerk der Hilfe für unsere Soldaten zu erweitern.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Zimmermann