Woran erkenne ich, dass meine Angehörige, mein Angehöriger belastet ist?

Mögliche Auffälligkeiten nach der Rückkehr aus dem Auslandseinsatz, die auch wahrnehmbar für die Familie der Soldatin oder des Soldaten sind:

  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Veränderte Schlafgewohnheiten, Albträume
  • Veränderte Trink-/Essgewohnheiten
  • Verändertes Freizeitverhalten
  • Veränderte Gesprächsbereitschaft
  • Vermeidungstendenzen
  • Vermehrter Genussmittelkonsum (Kaffee, Nikotin)
  • Vermehrter Medikamenten-/Alkoholkonsum
  • Erhöhte Risikobereitschaft
  • Panikattacken

Jeder Erlebens- und Verhaltensbereich kann betroffen sein.

Die Soldatinnen und Soldaten kommen verändert aus dem Einsatz zurück. Das muss aber nicht zwingend eine Belastungsstörung sein. Sie kommen nach vier bis sechs Monaten in die Heimat aus einer fremden Kultur, haben auf engstem Raum miteinander gelebt und persönliche Stresssituationen erlebt. Sie können nicht sofort „den Schalter umlegen“.

Sollten sich aber Verhaltensauffälligkeiten nach ca. vier bis sechs Wochen nach der Rückkehr nicht erheblich reduziert haben, ist der oder dem Betroffenen anzuraten sich professionelle Hilfe zu suchen.
Um den eigenen Grad der Belastung zu erkennen, gibt es auf der Seite von „Angriff auf die Seele“ hierzu einen Test für die Soldatinnen und Soldaten.

In den ersten Tagen und Wochen nach der Rückkehr aus dem Einsatz können Sie versuchen als Angehörige oder Angehöriger Angebote zu machen um den Stress abzubauen:

  • Reichlich Ruhe und Erholung anbieten
  • Soziale Aktivitäten (Familie, Freunde)
  • Freizeit und Fitness
  • Gespräche anbieten, wobei einfach nur Zuhören wichtig ist

Nicht bedrängen, das nötige Zurücknehmen der eigenen Person ist hier anzuraten.

 

Zuletzt aktualisiert am 06.06.2014 von Birgit Klimkiewicz - PTBS Eisblume.

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Kommentar von Johannes Thomeczek |

Liebes eisblume Team, mit grossem Interesse habe ich Ihre Website gefunden und gelesen. Auf das Thema wurde ich aufmerksam über die bw-k.de Kameradschaft.
Bereits vor über 20 Jahren , als das Thema hier bei uns nur einigen Experten überhaupt geläufig war, las ich viel über Vietnam Veteranen und auch britische Soldaten, die aus dem Falkland Krieg oder aus Nordirland als seelische Wracks zurückgekommen waren und die keine ausreichende Lobby hatten( ist das bei uns nicht genau so?).
Etwa 10% aller Gefängnisinsassen in GB sind Veteranen, ähnliche Zahlen gibt es aus den USA..........ist das nicht beschämend? Unter den USA Obdachlosen sind ca 40 % Veteranen. Auch die ersten Motorrad Gangs der USA rekrutierten sich ursprünglich aus Veteranen des Korea Krieges.
Ist es nicht noch beschämender, wenn sich so einige Mitbürger erdreisten, über diesen Themenkomplex total abfällig zu reden? Daher auch mein Vorschlag, vollkommen am Thema vorbei führende Artikel in Ihrem Gästebuch in eine eigene Unterkategorie abzulegen, zwar weiterhin lesbar, aber der Sache und den betroffenen Menschen in keiner Weise dienlich..
In einem Sammelband des Satire Magazines MAD aus den USA ist ein Plakat eines PTSS Vietnam Heimkehrers abgedruckt.(PTSS=posttraumatic stress syndrome, das "Originale" unseres PTBS).
Ich schicke Ihnen es gerne als e mail Anhang....Das Plakat ist erschreckend und macht betroffen .
"When Johnny comes marchin`home " ist der Titel.
Dieses Lied kennen Sie vielleicht. Es handelt von einem traumatisierten Veteranen aus dem amerik Bürgerkrieg. Auf YToube gibt es diverse Versionen zu sehen.
Ich persönliche habe mehrmals beruflich mit dem Thema zu tun gehabt, da ich als Apotheker arbeite und mehrere Arbeitsstellen habe.
Das Thema wird mich persönlich weiterbeschäftigen, da ich im weiteren Bekannten-und Familienkreis drei Fälle kenne..........
Weiterhin alles Gute für Ihre Familie und Ihre sehr wichtige Arbeit.
Johannes Thomeczek