Gästebuch von PTBS Eisblume

Kommentar von Astrid |

Hallo, meine Tochter war Soldatin und wurde im Dezember 2003 auf ihrem Boot ermordet. Uns, also ihrer Familie wurde leider gar keine Hilfe angeboten, im Gegenteil, ich habe 5 Jahre geklagt, damit man meinem Kind wenigstens die "Ehre" gibt, dass sie im Dienst verstarb. Ich befand mich 7 Jahre in psychologischer Betreuung, jetzt jedoch kommt alles zurück und was viel schlimmer ist, mein zwischenzeitlich 26-jähriger Sohn ist so traumatisiert, nichts geht mehr. Helfen kann ihm kein Therapeut, da er ein guter Schauspieler ist. Diabetes, somatoforme Störungen, Medikamentenabhängigkeit, das volle Programm und Therapeuten die helfen könnten haben eine Wartezeit von mindestens 6-12 Monaten. Ich weiß mir keinen Rat mehr und habe höllisch Angst noch ein Kind zu verlieren, dadurch belastet es mich auch immer mehr. Ich wäre froh über eine Kontaktaufnahme oder ein Hilfsangebot. Liebe Grüße Astrid

Eisblume hat Kontakt aufgenommen.

Kommentar von Jobst |

Hallo, ich bin der zu Hause gebliebene. Meine Frau war im Einsatz und jetzt, nach2 Jahren kam es richtig zurück, nach einer schleichenden Veränderung. Durch die Hilfe des Veteranenverbandes befindet sie sich jetzt in Therapie. Ich würde mich gern mit Betroffenen austauschen und auch meine Hilfe anbieten für Hannah Schmitz.
MfG

Jobst

Kommentar von Anne |

Hallo liebes Eisblume - Team,
am 15.September 2014 habe ich einen Beitrag für das Gästebuch geschrieben. Leider ist er nicht drin. Echt schade. Nach welchen Prioritäten werden hier denn die Beiträge veröffentlicht?
Das Leben ist keine rosa-rote Brille. Alle Beiträge sind toll. Allen wurde geholfen. Leider sieht die Realität manchmal anders aus. Und wenn wir alle ehrlich sind, dann wissen wir das.
Solange der Soldat frei rum läuft und nicht selbst erkennt, dass er evtl an ptbs leidet, kann niemandem geholfen werden. Oder der Soldat hat ein 5-tage-seminar zum PEER mit gemacht, heißt das, er kann selbst niemals an ptbs erkranken?
Danke für Eure Antwort. Das hat bis heute die Situation hier nicht entschärft. Im Gegenteil, bei der Bundeswehr werden die Augen zu gemacht und die Soldaten können machen was sie wollen. Haben sogar noch den Schlüssel zur Waffenkammer!
Leben ein Leben zwischen Bundeswehr und zu Hause. Das heißt: Sie verlassen die Familie, kümmern sich um nichts mehr, sehen sich selbst im Helfersyndrom indem sie unbefugt in das Zuhause einbrechen, Schaden anrichten, Sachen entwenden etc. Da kann schon der eine oder andere Gedanke aufkommen. Danke

Es wurde Kontakt durch Eisblume aufgenommen.

 

In diesem "Fall" ist im Eisblumen-Team etwas missverständlich gelaufen, sodass sich die Verfasserin des Eintrages zu recht nicht wahrgenommen fühlte!

Wir bitten um Entschuldigung!

Kommentar von Katrin |

Hallo zusammen,
mein Mann ist US Soldat und war 15 Monate im Irak stationiert. Seit dem ist er an PTBS erkrankt. Jahre lang hat er es verdrängt und ich nicht erkannt was mit ihm los ist. Bis letzes Jahr im Sommer, wo es mit voller Wucht zurück kam. Alpträume, Schlaflosigkeit, er war tagelang weg ohne das ich wusste wo er war, exzessiver Alkoholkonsum und Kettenrauchen waren an der Tagesordnung, er hatte düstere Gedanken, war suizid gefährdet und hat ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt. Dies ging über Monate so. Er wollte keine Therapie bzw. war er nach großer Überredungskunst in einer psychatrischen Tagesklinik. Dort wurde er nach 3 Wochen mit der Diagnose 'er hätte nichts' entlassen. Danach kam der totale Absturz und er war jeden Tag betrunken. Erneut bat ich ihn Hilfe zu suchen und wollte ihn dabei unterstützen. Er hat alles abgelehnt. Um meine Tochter zu schützen sah ich keine andere Möglichkeit mehr, als ihn vor die Tür zu setzten. Es hat sich als die richtige Entscheidung herausgestellt. Kurze Zeit später hat er sich freiwillig im US Militärkrankenhaus in Landstuhl in Behandlung gegeben. Nun war er 5 Monate dort. Seit dieser Woche ist er wieder zu Hause. Es ist immer noch alles schwierig und so richtig angekommen ist er noch nicht. Es geht ihm teilweise noch sehr schlecht und er bleibt weiter in teilstationärer Behandlung. Für mich und meine Tochter war und ist dies wohl die schwerste Zeit die wir bisher meistern mussten und müssen. Bis er richtig stabil ist wird noch sehr lange dauern. Aber ich habe die Entscheidung getroffen an seiner Seite zu kämpfen, gegen die Krankheit und für unsere Familie. Verzweifeln tu ich sehr oft aber ich versuche trotz Vollzeit arbeiten und Erziehung einer 4-jährigen alles dafür zu tun das er und wir zusammen wieder ein angenehmes Leben führen können...irgendwie und irgendwann. Ich habe durch Zufall diese Seite entdeckt und wollte einfach einmal meine Erfahrung mit PTBS teilen.

Kommentar von Eshaele |

Ich möchte gerne auf einen Kommentar von Joachim Hille | 16.05.2012 verweisen. Auch ich bin Psychologe bei der Bundeswehr und auch ich kann die Erfahrung, die ich mit Dr. Kröger gemacht habe nur jedem meiner einsatzerfahrenen Kollegen empfehlen. Die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davenloo ist eine hervorragende Methode, um mit wenig Zeitaufwand (wenige Sitzungen reichen bereits) eine deutliche Besserung zu erzielen. Das gilt genauso für die eventuell sekundär traumatisierten Helfer, wie für die primär traumatisierten Betroffenen. Ich hoffe sehr, dass die Bundeswehr und auch zivile Einrichtungen ihren Blick auf diese Therapierform richten und sie mit in ihr Behandlungsportfolio aufnhemen. Es ist mit Sicherheit eine lohnende Ergänzung. In diesem Sinne wünsche ich allen Betroffenen, dass sie schnell die passende Hilfe finden und wieder ein gesundes Leben führen können. E.