Gästebuch von PTBS Eisblume

Kommentar von oli |

Liebe Frau Klimkiewicz,
ich wollte mich ganz herzlich bei Ihnen für das lange Telefonat bedanken!!! Sie haben mir das Gefühl gegeben, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin und dass soviel andere Familien von dieser furchtbaren Krankheit auch betroffen sind.
Ich hoffe so sehr, dass mein Mann endlich einsieht,dass er Hilfe braucht... es gibt ein Leben nach dieser Krankheit... nur der Weg der Genesung ist so furchtbar schwer.
Es ist so schön, dass es Eisblume gibt und die Angehörigen einen Ansprechpartner haben. Durch Sie habe ich wieder Hoffnung geschöpft.. ich danke Ihnen dafür von Herzen. Machen Sie weiter so!!!

Vielen Dank!

Wenn Ihr Mann Hilfe annehmen möchte, und wir ihn und Sie dabei unterstützen können, sind wir gerne für Sie da!

Birgit Klimkiewicz

Eisblume

Kommentar von Marleen |

Hallo liebes Eisblume Team,

ich habe hiere eure Einträge gelesen und muss sagen es berührt mich zu sehen das ich nicht alleine bin.
Ich bin die Ehefrau eines ehemaligen Soldaten der mehrfach in Afghanistan war.
Auch bei uns war es so das er (und so habe ich das Gefühl ) nie zurück gekommen ist aus diesem Land.
Anfangs dachte ich das legt sich und auch ich war in seinem letzten Einsatz schwanger.
Unsere jüngste Tochter wurde 2005 geboren.
Er kam heim und war irgendwie verändert, ich muss dazu sagen 2005 ist auch meine geliebte mamma verstorben mit nur 48 Jahren ...
Er war im Einsatz und wollte heim kommen deswegen aber ich sagte ihm das er nicht braucht.
Die Momente in denen er launisch und aggressiv wurde sind und waren in meinem Augen lapalien.
Doch die Abstände zu dessen Stimmungsschwankungen wurden immer kürzer , dann verstarb mein Schwiegervater und das hat ihn sehr aus der Bahn geworfen.
Ich konnte mit der gesamten Situation nicht mehr umgehen und trennte mich von ihm.
Er trank nur noch ohne Punkt und komma.
In der Hoffnung dasvwur es wieder in den griff bekommen haben wir einen Neuanfang gewählt, das ganze ist jetzt 6 Jahre her und nun habe ich das Gefühl das genau diese Dinge wieder hochkommen.
Er sagt nach wie vor er braucht keine Hilfe aber ich und seine Freunde versuchen ihm klar zu machen das er Hilfe braucht.
Keine Chance!

Ich weiss nicht was ich machen soll seine Stimmungsschwankungen sein trinken ohne Punkt und komma werden wieder mehr....
Er kann schlecht schlafen und ist sehr schnell genervt und gereizt von kleinen Dingen.
Wir meine Kinder und ich lieben ihn und wollen ihn nicht aufgeben aber die Kräfte schwinden.

Bitte helft uns, was kann ich / können wie tun?
LG Marleen

Eisblume hat Kontakt aufgenommen!

Kommentar von Denise |

Hallo Herr Kröger,

danke für Ihre Worte. Wir werden auch weiterhin viel Kraft brauchen, da seine Schutzfrist abgelehnt wurde. Die Bundeswehr erkennt somit seine Krankheit nicht offiziell an und ist der sogar Meinung, wenn er es nicht schon im Einsatz gemerkt hat, so können sie sich nicht vorstellen das er aufgrund des Einsatzes erkrankt ist.
Meine Frage ist nun: was sollen wir tun? Widerspruch einreichen oder sollen wir uns einen Anwalt nehmen? Wir können alles schriftlich belegen, das er aufgrund des Einsatzes krank geworden ist. Wie können die dann behaupten, es sei nicht so?!

Liebe Grüße

Kommentar von Dr. Kröger |

Liebe Frau Denise,
enorm, was Sie geleistet haben, weiterhin viel Kraft für die gemeinsame Zukunft.
Ein HINWEIS:
eine PTBS ist eine KRANKHEIT und keine normale Reaktion. Unmittelbar nach dem Trauma reagieren Betroffene mit Traumasymptomen als NORMALE Reaktion eines NORMALEN Menschen auf ein UNNORMALES Ereignis. Der Mensch hat oft genügend Selbstheilungskräfte, so dass diese Folgeerscheinungen innerhalb von ca. 4 Wochen zurückgehen. Wenn nicht oder sie treten dann erst auf, sprechen wir von einer PTBS, die von erfahrenen Traumatologen behandelt werden sollten. Im Allgemeinen sind 5 - 10 Sitzungen dafür ausreichend, falls nicht durch bestimmte Umstände eine Chronifizierung erfolgte!!

Alles Gute

Dr. Norbert Kröger, Psychotraumatologische Praxis für Gewalt-und Kriminilitätsopfer Berlin

Kommentar von Denise |

Hallo alle zusammen,

es ist noch gar nicht lange her, als ich meinen Beitrag hier verfasst habe. Doch in dieser kurzen Zeit hat sich viel getan.
Wir haben nun die Hilfe bekommen, die so bitter nötig war! Als ich mich an die Eisblume wandte, hätte ich mir niemals träumen lassen was das alles in rollen bringt. Wir haben ein Partnerschaftsseminar auf Schwanenwerder absolviert. Bevor wir dahin fuhren telefonierte ich lange mit der Frau Klimkiewicz, die mir dringend dazu riet bei diesem Seminar nur auf mich zu achten und es nur für mich zu nutzen. Sie hielt mir vor Auge, das ich nicht sein Therapeut bin und ich mehr auf mich achten soll. Das habe ich mir zu Herzen genommen und es war ein lehrreiches, intensives aber sehr sehr schönes Wochenende. Sogar mein Lebensgefährte kam aus sich heraus und hat alles angenommen, was ihm geraten und gesagt wurde. Damit habe ich nie im Leben gerechnet. Unsere Beziehung hat endlich wieder Auftrieb bekommen! Natürlich ist es noch lange nicht überwunden. Aber der Weg, in die richtige Richtung, ist geebnet.
Es hat uns bewiesen, das wir nicht allein sind. Das jemand unsere Bitten und Klagelaute erhört hat und das sich eine neue Tür für uns öffnete. Und es wird weitergehen. Es werden viele solcher Seminare angeboten, die einem helfen (gerade als Angehöriger) alles besser zu verstehen. das es nicht schlimm ist negative Gedanken zu haben. Vielleicht sogar über Trennung nachdenkt.
Leider wissen nur wenige Betroffene und Angehörige, was dieses Netzwerk der Hilfe alles zu bieten hat.
Leider wird verschwiegen, was man alles für Rechte hat. Woher auch? So haben die betroffenen Soldaten und Soldatinnen gar nicht die Kraft, um sich zu wehren und die Angehörigen haben von dem System Bundeswehr zumeist keine Ahnung und wissen noch nicht einmal welche Anträge zu stellen sind auf die der Betroffene ein Recht hat.
Jetzt, wo wir in diesem Netzwerk der Hilfe sind, werden wir unterstützt. Wir sind nicht mehr allein. Und dafür kann ich gar nicht genug Dankbarkeit zeigen. Ein Stück Lebensgefühl ist zurück gekommen. ich fühle mich nicht mehr wie eine leere Hülle.
Jetzt weiß ich definitiv das ich es schaffen werde für ihn da zu sein und doch kein schlechtes Gewissen zu haben auch nur mal an mich selbst zu denken.
Ich will mich bei allen Bedanken, die mit an diesem neuen Lebensgefühl mitgewirkt haben.
Danke Frau Klimkiewicz (ich halte Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden)
Danke an das Traumazentrum in Berlin( die helfen SOFORT)
Danke an das Familienzentrum in Augustdorf
Danke an das Bundeswehr Sozialwerk, die uns einen Reisegutschein übergeben haben, damit wir mal Urlaub machen können
Danke an Lotsen aus Augustdorf, die uns so gut helfen wie es eben im Rahmen des Möglichen ist.
Danke an die Veranstalter von dem Seminar in Schwanenwerder mit allen Sozialarbeitern und Beteiligten

Ich habe gelernt: PTBS ist eine normale Reaktion auf unnormale Situation. Und wenn man jeden Tag Angst um sein Leben haben muss, ist es normal das der Körper alles versucht, damit es nicht noch einmal zu solch einer Ausnahmesituation kommt.
Ich wünsche euch, das ihr die Kraft auftreiben könnt, um euch eure Hilfe einzufordern! Danach wird es leichter. Denn ihr steht nicht alleine da mit all diesem Berg an Problemen und Gefühlen.
Danke

Es erfüllt auch mich immer wieder mit Freude, wenn das Netzwerk der Hilfe unterstützen und helfen kann.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Partner viel Kraft alles gemensam durchzustehen. Ihnen, liebe Denise stehe ich selbstverständlich, wenn Sie es möchten, für weitere Gespräche zur Verfügung.

Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen!

Birgit Klimkiewicz

Eisblume