Gästebuch von PTBS Eisblume

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Herzlichst Ihre Birgit Klimkiewicz

Kommentar von Suse |

Liebes Eisblume-Team,

seit Tagen schlage ich mich mit dem Gedanken herum an wen ich mich wenden kann und wer mir als betroffene Ehefrau mal etwas Mut machen kann. Ich weiß einfach keinen Rat mehr und sehe alles nur noch negativ und den Bach herunter stürzen.
Wendet man sich an Ärzte bekommt wird man immer nur auf die Schweigepflcht hingewiesen. Keiner gibt einem Auskunft oder sagt mir wie ich mich als Ehefrau jetzt verhalten sollte. Habe ich als Ehefrau überhaupt keine Rechte was die Krankheit meines Mannes betrifft? Ich laufe hier gegen Wände.

Mein Mann und ich haben uns in einem Einsatz kennen gelernt. Mittlerweile sind wir seit fast sieben Jahren verheiratet und haben einen Sohn von 6 Jahren. Mein Mann hat in den letzten 6 Jahren vier Einsätze in Afghanistan absolviert ( zwischen 4 und 6 Monaten). 2007 kam ein sehr schwieriger Moment, der ihn aus der Bahn geworfen hat und über den er bis Heute nicht spricht. Er hat sich immer mehr von uns entfernt und versucht durch Internet Anerkennung zu erhalten.Er begann mit Lügen, Betrügen und zu hintergehen. Immerwieder habe ich ihn versucht wieder auf den rechten Weg zu bringen, nur leider ohne Erfolg.
2008 ist es dann so aus dem Ruder gelaufen, das er sich einem Psychotheraputen anvertraut hat und man dachte nun geht es Bergauf. Anfang diesen Jahres ist er dann wieder in den Einsatz, da er wohl dachte vor Ort und Stelle alles zu verarbeiten. Doch leider war dieses ein Fehlschlag. Er ereignete sich wieder ein Ereigniss, welches ihn alles hat hochkommen lassen. Er verschwand nach 5 Tagen wortlos von zuhause und flog ins Ausland. Nach kurzer Zeit schrieb er mir das er nicht mehr könne und Hilfe braucht.Ich holte ihn zurück und stand ihm zur Seite, welches ich auch heute noch tu. Nun ist er in stationärer Behandlung und keiner kann oder will erkennen was mit ihm los ist.
Mittlerweile zweifelt er an unserer Ehe. Jedem in seinem Umfeld sagt er wie sehr er uns liebt, nur uns nicht.
Er wurde aus der Behandlung nach 3 1/2 Wochen entlassen und kam nach Hause. Hier hielt er es 2 Tage aus und die Situation esklierte zwischen uns. Er hat sich dann mal wieder wortlos ins Auto gesetzt und ist in die Notaufnahme gefahren, wo man ihn sofort aufnahm. Seitdem komme ich nicht mehr oder nur sehr schwer an ihn ran. Ich weiß einfach nicht wie kann ich ihn erreichen und ihm zeigen das wir zu ihm stehen.
Ich selbst fühle mich hilflos und der Situation ausgeliefert. Unser Sohn vermisst seinen Papa. Nun stehe ich hilflos da und bin auch noch mit dem Bau unseres Hauses, welches er sich so gewünscht hat völlig alleine da.

Wenn ich doch nur wüßte wie ich mit der Situation und mit dieser Hilflosigkeit umgehen kann und ihn unterstützen kann.

Hallo Suse,

inzwischen kennen wir uns. Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen, dass Sie meine Hilfsangebote angenommen haben, und dass Sie entschlossen einen schwierigen aber guten Weg für Ihre Familie, begonnen haben. Sie wissen, wir werden Sie und Ihren Mann auf diesem Weg weiter begleiten. Viel Kraft

Eisblume

Kommentar von peter |

Seit August 2010 steht die Diagnose - PTBS einsatzbedingt - fest. Seit Ende 2007 leidet mein Verlobter unter den Einsätzen in Bosnien und Afghanistan. Seit August 2010 kämpfe ich für seine Therapie und soziale Absicherung, seit August 2010 wurden wir alleine gelassen, seit August 2010 hat es niemanden - der hätte helfen können - interessiert, wie es weiter geht, wer den Lebensunterhalt eines Ehemaligen, der nicht arbeiten darf und kann, finanziert, seit August 2010 unterstütze ich meinen Verlobten so gut es geht, auch finanziell, seit August 2010 gerate ich immer tiefer in den finanziellen Ruin, seit August 2010 läuft das ZWEITE WDB Verfahren.

in welchem bwk war dein mann???von wem wurde die wdb abgelehnt?von der wbv?welcher grund wurde genannt?
lg

Kommentar von ingrid baumgart |

ich find es auch schwer in ordnung dass sie diese organisation gegründet haben...
und wie sie bereits sagen...niemand leidet mehr wie ein mutterherz wenn es dem sohn schlecht geht und vor allem wenn er sich abwendet,ohne grund von heut auf morgen
danke ...hier zu lesen hilft mir
aber ich hab unsägliche wut wegen dieser hilflosigkeit und ohnmacht in die man von regierenden gestürzt wird...

Kommentar von Karin |

Hallo Liebes Eisblume Team,
ich bin froh dass es so eine Organisation wie euch gibt. Ich finde es wirklich sehr gut dass Soldaten auf diesem Weg Hilfe angeboten wird und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich das freut. Mein Mann hatte ebenfalls diese Probleme und ich habe gemerkt wie sehr ihm eine Selbsthilfegruppte geholfen hat.

dankeschön.

Kommentar von eine ehem. Soldatin |

Liebe Angehörige und Betroffenen,
ich finde es ganz toll das ihr Euren Männern Kraft gebt und ihnen helfen möchtet! Ich bringe euch dafür sehr viel Respekt entgegen. Ich habe seid meinem letzten Gästebucheintrag mir viele Gedanken gamacht und beschlossen JETZT die Therapie zu beginnen. Heute habe ich die erste Sitzung und ich weiß es wird hart werden und viele Tränen kosten. Aber es muss jetzt sein. Ich habe immer zu mir und meinem Mann gesagt: " ich bin noch nicht soweit" aber wann ist man das?! Man ist es nie denn man wird immer eine Ausrede finden warum es grad nicht geht. Ich schaue viel meiner mittlerweile 11 Monate alten Tochter beim spielen zu und ich liebe sie und meinen Mann über alles und genau aus diesem Grund fange ich jetzt an. Sie können nix dafür und ich möchte nicht das sie leiden. Bitte seid weiterhin für eure Angehörigen da die erkrankt sind und alle die an PTBS erkrankt sind wünsche ich weiterhin viel Kraft alles zu bewältigen. Gebt euch und eure Familien nicht auf!! Wenn wir alle zusammenhalten können wir vielleicht doch etwas erreichen im Kampf um die Anerkennung der Krankheit!