Gästebuch von PTBS Eisblume

Kommentar von Leonie |

Sehr geehrtes Eisblumeteam,

ich war auch an PTBS erkrankt und hatte das große Glück, nachdem ich schon bei mehreren Psychologen in Therapie war, von Herrn Dr. Kröger mit seiner besonderen Therapiemethode behandelt zu werden.
Das positive, aber für Psychologen untypische ist, dass ich in der Therapie die Bilder des Geschehens nicht immer wieder aufrufen musste. Seitdem habe ich mein positives Lebensgefühl teilweise wiedererlangt.

Die Therapie hat folgendes bewirkt:
Meine Emotionen sind zurückgekehrt, sodass ich wieder etwas spüren kann.

Ich kann andere Menschen wieder in den Arm nehmen und trösten.

Ich fühle mich lebendiger und kann mehr von innen heraus lachen.

Aufgrund der nicht mehr eingefrorenen Emotionen können meine Tränen wieder fließen was eine befreiende Wirkung hat.

Ich sehe meine Umgebung wieder klarer und detaillierter.

Meine Konzentrationsfähigkeit wurde wieder ,,aktiviert".

Wenn ich die Unterstützung von Herrn Dr. Kröger nicht erhalten hätte, wüsste ich nicht wo ich heute stehen würde. Und das alles ohne Psychopharmaka. Ich habe im Sommer sogar mein Abitur bestanden!
Meine Familie und ich sind Ihnen, Herr Dr. Kröger für Ihre professionelle Hilfe zutiefst dankbar.

Kommentar von Anja Beyer |

Liebes Team von Eisblume,
ich kann noch gar nicht glauben, dass ich euch heute hier schreibe. Aber ... ich bin froh, dass es euch gibt. Damit fühle ich mich nicht so unendlich allein.
Ich kann momentan auch gar nicht erfassen, was in meinem Leben gerade passiert.
Ich bin die Frau eines OTL, der sehr oft in seinem Leben in Einsätzen war. Mein Mann ist ein Kommando-Soldat. Seit 2 Wochen hat eine so starke Wesensveränderung meines Mannes stattgefunden, so dass ich ihn gar nicht mehr erkenne. Von Depressionen bis hin zu Aggressionen, von "ach was tue ich meiner Umwelt nur an" bis hin zu "ich will die sofortige Scheidung".
Ich bin eine sehr starke Frau, aber das alles übersteigt gerade mein Fassungsvermögen. Ich komme mir vor, als wenn ich träume und hoffe, dass ich endlich wieder aufwachen darf.
Ich frage mich ständig, wie kann man diese Situation überhaupt schaffen.
Mein Mann ist seit heute in Behandlung bei einem Psychologen, jedoch bis dahin musste er durch eine Zahl von Ärzten der Bundeswehr, was mir als Angehörige völlig unverständlich ist. Die Bundeswehr bildet Elite-Kräfte aus, die 1-a funktionieren und in den Krieg ziehen oder Menschen aus Gefangenschaft holen. Die Männer sind so ausgebildet, dass sie immer funktionieren, nie Schwäche zeigen und alles geben. Jedoch das Konzept der Bundeswehr hört dann auf, wenn ein "Krieger" schwach und krank geworden ist. Keiner fühlt sich mehr verantwortlich, keiner kümmert sich mehr um diese "Krieger", keiner hat einen Plan, keiner weiß, was er mit diesen kranken Soldaten machen soll. Es werden Leben zerstört und es wird zugeschaut. Ich bin so fassungslos darüber, dass mit wirklich die Worte fehlen. Warum ist das denn möglich, frage ich mich die ganze Zeit.
Ich bin nicht bereit, als Angehörige eines solchen Soldaten, mein Leben einfach so zerstören zu lassen. Wir erleben hier momentan Situationen, die sind menschenunwürdig.
Mir tut es weh, einen so starken und mutigen Mann zu sehen, der völlig seine Spur verloren hat, innerhalb von 2 Wochen. Mir tut es weh zu erleben, wie mein Leben gerade in eine Bahn gelenkt wurde, die ich nicht fassen kann und in der ich mich so hilflos fühle.
Jeden Morgen wache ich auf und stelle fest, dass es doch kein Traum war, sondern Realität.
Wie kann das in Deutschland passieren??? Warum ist das denn möglich? Warum gibt es kein Konzept, welches bis zu Ende gedacht ist? Warum müssen Menschen, die in den Dienst des Landes getreten sind und ihr Leben aufs Spiel für ihr Land setzen, so viel Leid erfahren? Warum müssen die Angehörigen, die dafür gar nichts können, ihr Leben zerstören lassen? Ich habe einfach keine Erklärungen dafür.
Ich bin so enttäuscht, wütend und gleichzeitig sprachlos darüber.
Ich wünsche meinem Mann, dass er die Kraft hat, all diese Hürden zu überwinden, ich wünsche ihm, dass irgendwann sein Lachen wiederfindet, ich wünsche ihm, dass er in Frieden und Glück alt werden kann -- das hat er verdient!
Auch mir wünsche ich, dass es irgendwann wieder einen Lichtblick für eine glückliche Zeit gibt,
Ich danke euch von ganzen Herzen, dass ihr mir hier die Plattform gegeben habt, um diese Zeilen zu schreiben.
Ich wünsch allen Betroffenen viel, viel Mut, Stärke und Gesundheit.
Ich habe momentan das Gefühl, wir sollten noch "lauter" werden, denn das ist unverantwortlich von der Bundeswehr. Meine Freundin und ich, wir denken seit einiger Zeit darüber nach, ein Buch zu schreiben und wir sind auf der Suche nach noch mehr Außenwirksamkeit. Sie ist auch eine betroffene Ehefrau.

Mit tiefer Dankbarkeit,
Anja

Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen!

Ja noch lauter werden!!! Seit 2009 bin ich als betroffene Mutter laut geworden. Auftritte in Medien, Gespräche mit der Politik und Bundeswehr.

Im November 2016 hatte ich ein Gespräch in der Politik, habe ein Konzept zum Engagement der "Eisblume" vorgelegt. Es ging um eventuelle finanzielle Unterstützung der Organisation "Eisblume". Es sollten professionelle Personen, wie Sozialarbeiter/Innen, Therapeuten, Traumatologen in die Organisation geholt werden. Bis jetzt arbeiten diese ehrenamtlich für uns. Die Politik bat um einen Finanzierungsplan zu meinem Konzept. Diesen ließen wir von einem Unternehmensberater erstellen.

Antwort aus der Politik: Keine, bis heute!!!!!

Bei mir haben schon einige angefragt ob ich nicht ein Buch schreiben möchte. Wie soll ich es nennen?

Die große Abrechnung!!!!! oder

Der lange Weg, der nie enden wird.....

"Eisblume" im Kampf gegen Windmühlen

Aber es sollte auch Platz für Selbstkritik sein:

Aus meiner Sicht haben sich zu viele zivile Organisationen in diesem Thema gegründet. Ein Zusammenschluss unter einem Dach um der Politik und Bundeswehr professionell entgegen treten zu können, hätte eine Lösung sein können.

Für mich ist es auch unverständlich wie man sich untereinander, öffentlich im Netz, teilweise auseinander setzt. Oder Dinge auf Facebook postet, die einfach nur eine schlechte Außenwirkung haben können. Wir sollten immer bedenken, dass Bundeswehr und Politik "ein Auge" auf uns haben....

Birgit Klimkiewicz

Kommentar von cK |

Hallo Eisblume Team!

Ich habe mich hier durch die Beiträge gelesen und es treibt einem wirklich die Tränen in die Augen!
Daher wende ich mich mit großer Zuversicht an Sie, Ihre Organisation und Ihr Team!

Ein langjähriger Freund meines Mannes meldete sich nach Jahren zurück, weil er auf Facebook gelesen hat, daß die Tochter meines Mannes vor eineinhalb Jahren zu uns gezogen ist. Sie und seine Tochter waren damals sehr eng.
Er kommt zu Besuch!

Und irgendwann fängt er an zu erzählen:
Er hatte mehrere Einsätze in Afganistan und zuerst schien bei ihm alles in Ordnung. Bis er nach einer OP wegen innerer Blutungen und multiplen Organversagen mehrere Wochen im Koma lag. Seitdem, sagt er, ist eigentlich nichts mehr wie es war in ihm.
Um es kurz zu machen: er schläft seit Jahren nicht mehr, weil er im Kopf immer wieder in Afganistan aufwacht...
Daß er keinen Kontakt zu seiner Tochter hat, macht ihm ebenso zu schaffen. Er hat auch keine angemeldete Adresse mehr, wenn Sie verstehen! Er ist also komplett aus dem Leben katapultiert!

Wir wollen ihm helfen!
Aber wir brauchen psychologische Unterstützung für ihn!

Er hatte wohl die ein oder andere "Betreuung", allerdings, wenn er dann angefangen hat in die Details zu gehen, wurde ihm dann öfter bestimmt, daß "das wohl für den Rahmen zu heftig wäre"..

Er braucht Menschen, die sich mit dem PTBS professionell auseinandersetzen und keine Burn-out-Therapie.

.....
Meine Familie war seit Generationen beim Militär, Vater, Großvater, Onkel beider Zweige etc... Gedient bis a.D.
Krieg, ob man wollte oder nicht.

Ich erinnere Erzählungen meiner Tante, wie ihr Vater nach 5 Jahren Kriegsgefangenschaft aus Russland kam und über diese Zeit stumm blieb. Sie sollten die Erlebnisse von ihrer Familie fernhalten. Und auch heute ist es ihnen nicht vergönnt, daß die Nahesten zumindest im Ansatz nachvollziehen können, was in deren Erinnerungen stattfindet, womit sie im Inneren arbeiten müssen! Deswegen sind Initiativen wie die Ihre so wichtig!
.....

Er war bei uns und hat hier auch übernachtet. Wir haben es gehört, seine Unruhe..
Geruht, aufgestanden, hingelegt, im Bett aufgerichtet, aufgestanden, rausgegangen, den Weg auf- und abgelaufen, wieder reingekommen, hingelegt, und dann morgens um 4.30h 2 Stunden Ruhe...
Steht morgens auf, macht das Bett... Ecken glatt gezogen bis zum letzten Strich! Das Gästezimmer war penibelst aufgeräumt!
Dann kommt er in den Flur und meint: "Hier fühle ich mich sicher!"

Wir haben 2 Straßenhunde aus dem Ausland, eine ist unterunterunterwürfig-ängstlich-zurückhaltend!
Dann steht so ein riesiger Koloss von Mensch vor ihr im Garten, sie ist geduckt, schaut, aber sie geht hin, sie geht zu ihm und läßt sich anfassen und sie bleibt bei ihm sitzen!

Ich "SEHE" ihn!

Wir können ihm helfen!
Es ist reichlich Platz, er kann hier eine Adresse haben! Arbeit bekommen wir auch hin, er möchte auch Hilfe annehmen!
Allerdings braucht er einen kontinuierlichen Ansprechpartner für seine Erlebnisse in Afganistan!

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden!

Beste sonnige Grüße,

ck

Eisblume hat geantwortet



Kommentar von Sina |

Guten Morgen, ich bin seit fast 6 Jahren mit einem ehemaligen Soldaten zusammen. Er war bei der KFOR im Kosovo Einsatz. Als ich ihn kennenlernte war sehr fürsorglich und aufmerksam, erzählte hin und wieder von seinem Einsatz, vor allem wenn er Alkohol getrunken hatte. Er erzählte mir Dinge, die ich mir nicht vorstellen konnte, woher auch. Ich habe ihm zugehört und versucht beizustehen.

Mit der Zeit wurde es immer schlimmer, als wenn jemand einen Schalter umlegt. Von jetzt auf gleich wurde er verbal aggressiv und eiskalt. Seine Albträume wurden immer öfter und heftiger.

Als sein Vater plötzlich verstarb, eine wichtige Person in seinem Leben, verschlimmerte sich die Situation bis heute. Ich möchte ihm gerne helfen, aber er lässt sich nicht helfen. Unser Zusammenleben wird immer schwieriger und ich weiss nicht, wie lange ich das aushalten kann. Ich bin einfach machtlos.

Ich wollte mir das einfach von der Seele schreiben, weil in meinem Umfeld nicht viel Verständnis dafür ist bzw. keiner weiß wie es in ihm aussieht.

Einen ruhigen Sonntag wünsche ich

Eisblume hat Kontakt aufgenommen

Kommentar von Eva |

Guten Morgen,
bin seit Tagen, Wochen, Monaten verzweifelt, weiß nicht mehr was ich tun kann, wie ich meinem Mann helfen kann. Aber von Anfang...
Ich habe meinen Mann vor 34 Jahren kennen gelernt. Wir (er 17 ich 16) trafen uns das erste Mal bei mir in Kärnten (A) - es war Liebe auf den ersten Blick, aber durch die Entfernung - er wohnte in der Nähe von Hannover - blieb es nur eine Sommerliebe. 20 Jahre später, in denen wir uns nur hin und wieder sahen, aber immer fühlten, das zwischen uns ein Band besteht, trafen wir uns am 19. Juni 2004 wieder und waren seither unzertrennlich. Beide hatten wir gescheiterte Beziehungen, aus denen bei mir 2 (1 Mädchen, 1 Sohn) bei ihm 1 Tochter hervorgingen, hinter uns. Jedoch beschlossen wir, unsere Liebe zu leben. Die Entfernung störte uns nicht, wir genossen jede Minute, die wir miteinander verbringen konnte. Die Kinder verstanden sich und so beschlossen wir im Jahr darauf zu heiraten. Das Glück in den Augen unserer Eltern weil wir uns endlich gefunden hatten, war unbeschreiblich. Es folgten von 2006 bis 2009 vier Einsätze in Afghanistan. Ich merkte eine Veränderung bei meinem Mann, da kamen oft Aggressionen aus dem Nichts. Oft sagte ich: "Bitte hol' dir Hilfe, es tut dir hier niemand etwas. Hier sind nur Menschen, die dich lieben." Es wurde wieder etwas besser. Wir verlebten Monate und Jahre der Liebe, redeten viel, lachten viel und manchmal gab es auch Streit, aber wo gibt es den nicht. Der nächste Tiefschlag kam, als 2014 und 14 Monate später seine geliebten Eltern verstarben. Er war ein Einzelkind, es blieb nicht aus das Elternhaus zu verkaufen, da er in seinem Heimatort keine Zukunft sah. Sein "Daheim" war ja inzwischen Kärnten. Hier ist alles, was ihm etwas bedeutet. Ein Haus, meine Eltern, meine Kinder, die ihn wahnsinnig liebgewonnen haben, tolle Nachbarn, die Berge, seine Jagd und natürlich ich. Diesen Sommer machten wir Urlaub auf Sardinien, "sein schönster" wie er bemerkt hat. Im Oktober schwört er mir noch seine Liebe und ab da ging es nur mehr abwärts. Er lachte nicht mehr, seine Körperhaltung sank zusammen, er nahm ab. Es kommen keine whatsapp mehr mit Smileys oder Herzen. Oft kommen gar keine Nachrichten mehr. Anfang Dezember meint er noch "Mein Herz wird meinen Verstand schon wieder gerade rücken!". Aber an Weihnachten kam er nicht, wie versprochen. Danach auch nicht mehr. Ich viel in ein Trauma, weil er sagte er kommt gar nicht mehr, er ist nicht mehr glücklich mit mir. Den Jahresanfang verbrachte ich im Krankenhaus. Danach begann er das erste Mal über seine Ängste mit mir zu sprechen. Ich sagte ihm immer und immer wieder: "Du musst nicht immer stark sein, du darfst auch Schwäche zeigen. Nimm dir Zeit!" Vor zwei Tagen kam er vorbei um mir das Ende unserer Ehe mitzuteilen und mir alle Fehler aufzuzeigen, die ich gemacht habe. Ja, ich weiß um meine Fehler, aber macht nicht jeder Fehler. Es gehören doch zwei dazu. Auch er hat Fehler gemacht. Aber in 2 Stunden Gespräch eine jahrelange Liebe abzuhaken??? Er verlässt alles was er hat, "um zur Ruhe zu kommen" wie er sagt. ...

Eisblume hat Kontakt aufgenommen