Erlebte Realität - Soldatenfamilien

Marisa Euen ist die Ehefrau eines Majors, der vierzehn Monate in Afghanistan im Einsatz war. In einem offenen Brief erzählt sie von der hohen psychischen Belastung ihrer Tochter.

Damit will die Familie anderen Angehörigen von Soldaten Mut machen, mit ihren Sorgen und Nöten, die der Auslandseinsatz mit sich bringt, ebenfalls in die Öffentlichkeit zu gehen.
Sie sagen, dass sie mit Sicherheit mit dieser Erfahrung nicht allein da stehen.

Frau und Herr Euen haben sich dazu entschlossen nicht anonym zu bleiben. Nur so, sagt Familie Euen, können wir Veränderungen im Hinblick auf die Fürsorge durch Politik und Bundeswehr für die Soldatenfamilien einfordern.

Diese Haltung erfordert höchsten Respekt.
„Eisblume“ sagt danke!


Wenn Sie hier über Ihre Erfahrungen während des Auslandeinsatzes Ihrer Soldatin/ihres Soldaten berichten wollen, dann senden Sie bitte eine Mail an:

Bitte teilen Sie mit, ob die Redaktion Ihren Namen veröffentlichen darf. Wenn nicht, wird der Bericht anonym veröffentlicht.

Traumatisierte Kinder

Ich danke der Familie Euen für Ihre Offenheit und damit auch für die Unterstützung der Arbeit von „Eisblume“.
Wie dieser Beitrag zeigt, ist die Bezeichnung von den „Einsatz belasteten Familien“ keine „Erfindung“ von „Eisblume“

Ich kenne die Familie persönlich, auch die kleine Tochter. Ein süßer Lockenkopf, zart und liebenswert.
Deshalb hat mich die Geschichte der Familie sehr betroffen gemacht, wenn man dieses Kind sieht, dass sich nicht äußern konnte, was sie belastete, dass sie psychisch so erkrankte.

Familie Euen hat noch ein kleines Pflegekind aufgenommen, dass durch sein soziales Umfeld, zwar anders, aber ebenfalls schwer belastet ist.

Danke an Marisa Euen:

Eschweiler, den 26.2.2011

Liebe Fr. Klimkiewicz
Ich verfolge Ihre Arbeit schon seit einiger Zeit und habe mir schon einige Vorträge über PTBS angehört und finde Ihre Arbeit außerordentlich  wichtig.
Ich habe jedoch Erfahrungen ganz anderer Art gemacht, darüber würde ich gerne einmal aus meiner Sicht berichten, denn nicht nur Soldaten können traumatisiert sein. Was ist mit unseren Kindern???
Mein Mann war von Oktober 2009 bis Ende Dezember 2010 in Kabul im Einsatz. Unsere Tochter war zu der Zeit 5 Jahre alt, natürlich haben wir uns Mühe gegeben sie kindgerecht zu informieren aber alles kam ganz anders. Als mein Mann Weihnachten 2009 das erste Mal zum Heimaturlaub nach Hause kam fingen die Probleme erst richtig an. Er blieb 2,5 Wochen. In der letzten Woche merkten wir, dass sich unsere Tochter veränderte.

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