"Hindukusch - und dann? Soldaten im Afghanistan-Einsatz"

von Birgit Klimkiewicz - PTBS Eisblume

Bayerisches Fernsehen, la Vita Sendung zum Thema Afghanistan-Einsatz vom 8. April 2013 um 20.15 Uhr

Die Sendung " Hindukusch - und dann? Soldaten im Afghanistan-Einsatz" wird heute, am 9. April 2013 um 14.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen wiederholt.

Hier zu Ihrer Information etwas zum Inhalt:

2014 werden die Kampftruppen der Bundeswehr aus Afghanistan abziehen. Aber: Noch sind 4500 deutsche Soldaten an der Isaf-Mission beteiligt. Noch immer bereiten sich unsere Streitkräfte auf ihren Einsatz am Hindukusch vor. Und noch immer kommen viele von ihnen traumatisiert zurück. Was macht der Afghanistan-Einsatz mit den deutschen Soldaten, ihren Angehörigen – oder gar Hinterbliebenen? Was geschieht mit jenen, die danach keinen Dienst an der Waffe mehr leisten können – oder wollen? Tobias Ranzinger begibt sich auf Spurensuche durch Bayern.

 

Hier die Geschichten und Protagonisten im Einzelnen:

 

Vorbereitung auf den Einsatz

In der Rhön-Kaserne, in Wildflecken nahe Hammelburg, werden Soldaten für ihren Einsatz am Hindukusch vorbereitet. Tobias Ranzinger stößt zu einem Manöver, das die Soldaten unter anderem auf einen feindlichen Beschuss vorbereiten soll. Doch wie schätzen die Soldaten selbst das Risiko ein? Fühlen sie sich gut vorbereitet – auch auf die Mentalität der Menschen dort? Und was sagen Familie und Freunde zu dem bevorstehenden Auslandseinsatz? Die Soldaten stehen dem Moderator Rede und Antwort.

Verbindung München – Hindukusch: Alltag im Camp

Wie die Realität aussieht, das weiß hier wohl kaum einer. Deshalb nimmt der Moderator die Gelegenheit wahr, via Skype mit einem Truppenpsychologenfeldwebel zu sprechen. Fritz, dessen Nachname nicht genannt werden darf, ist Stabsfeldwebel und hat einiges über den Alltag im Camp zu berichten. Er selbst sei einfach nur froh, wenn er in einigen Tagen wieder nach Hause kommt, erzählt er dem über 6.000 Kilometer entfernten Tobias Ranzinger übers Internet. Und dann ist es wirklich soweit: laVita darf mit dabei sein, wenn Fritz nach Hause zurückkehrt. Tobias Ranzinger wartet mit dem Rest der Familie am Bahnhof in Brannenburg auf das Wiedersehen – nach fast vier Monaten Afghanistan.

Wunden, die man nicht sieht. Posttraumatische Störungen

Selbst wenn die Soldaten ohne sichtbare Wunden ihren Einsatz überstanden haben, so kommen doch viele mit tiefen seelischen Verwundungen nach Deutschland zurück. Marc Louia, 45 Jahre, Stabsfeldwebel, dachte über so etwas nicht nach. Bis zu dem Tag im Jahre 2009 im Kosovo. Als Militärpolizist musste er Ermittlungen leiten. Bis heute kann er nicht darüber sprechen, was sein Trauma ausgelöst hat. Doch: Die grausigen Bilder haben seinen Kopf nicht mehr verlassen.  Oder  Oberfeldwebel Sandra K.: Als Rettungssanitäterin war die heute 25-Jährige am 2. April 2010  ins sogenannte „Karfreitagsgefecht“ in Afghanistan verwickelt: 9 Stunden war sie unter Beschuss gestanden. Die Folge: Albträume, Durchschlafstörungen, eine zerbrochene Beziehung. Heute ist sie in Regensburg stationiert. Für laVita erzählen beide ihre Geschichten.

Die Opfer. Wenn der Einsatz tödlich endet

Und dann sind da auch noch die über 50 Getöteten. Tobias Ranzinger trifft drei Frauen, deren Söhne ihr Leben in Afghanistan gelassen haben - am 18.2.2011 wurden sie Opfer eines Attentäters. In Regen in der Bayerwaldkaserne steht ein Gedenkstein für sie. Hier spricht der Moderator mit den Frauen über ihre Söhne, die Angst, den Schmerz, die Erinnerungen – und wie sich ihr Leben verändert hat.

Zeitsoldat und dann? Zurück ins zivile Leben

Doch selbst, wenn die Soldaten körperlich und seelisch gesund von den Auslandseinsätzen zurückkehren, so stehen sie doch manchmal vor einer anderen schweren Situation: Zeitsoldaten, die bei der Bundeswehr ausscheiden, schaffen den Sprung zurück ins „zivile Leben“ oft nicht. Matthias Kala aus Schierling in der Oberpfalzhat das geschafft: Er hat nach 14 Jahren die Bundeswehr verlassen – fängt jetzt mit Mitte Dreißig aber wieder ganz von vorne an. Mit einer Ausbildung im Baumarkt. Geholfen hat ihm dabei  Jochen Holzwarth, der früher selbst Soldat war und heute seinen ehemaligen Kameraden bei der Jobsuche hilft. In laVita zeigt Matthias Kala sein neues Leben – und seine Zukunft.

 

 

Außerdem gibt es ab sofort Ausführliches zu den einzelnen Beiträgen und Bilder im Internet unter

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/lavita/rueckblick/index.html

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben